Wirtschaft

Die größte arbeitsmarktpolitische Krise seit dem zweiten Weltkrieg

30 Apr , 2020  

Heute wurden die aktuellen Arbeitslosenzahlen für Wien veröffentlicht. Wie befürchtet haben wir erstmals fast 200.000 Menschen ohne Arbeit in Wien zu verzeichnen. Damit man sich das vorstellen kann: Etwa jeder vierte unselbstständige Erwerbstätige ist in Wien von Arbeitslosigkeit betroffen. Das ist eine dramatische Entwicklung, die uns alle – die Stadt, die Wirtschaft, die Bevölkerung – noch langfristig begleiten wird.

Wir dürfen der Bevölkerung jetzt auch nicht vorgaukeln, dass sich die Wirtschaft mit der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen schlagartig erholen wird. Ganz im Gegenteil: Das zweite Quartal wird vermutlich der Höhepunkt der Krise werden, da viele Effekte der Krise erst hier spürbar sind. Wir werden Ende Juni mit hoher Wahrscheinlich eine nächste große Welle an Arbeitslosigkeit erleben, wenn die Behaltefrist der Kurzarbeit ausläuft und Unternehmen, die an der Kippe stehen, weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen müssen, die nun keinen Schutz aufgrund der Kurzarbeit mehr haben.

Wir müssen die Situation ganz klar benennen: Wir werden dieses Jahr die größte arbeitsmarktpolitische Krise seit dem zweiten Weltkrieg erleben. Diese Rezession wird sich durch alle Branchen ziehen und viele Existenzen zerstören.

Die Stadt muss jetzt rasch ein großes Entlastungspaket schnüren, um einerseits die Haushalte zu unterstützen und um andererseits die Konsumnachfrage zu steigern. In einem ersten Schritt können die Betriebskosten – also Grundsteuer, Wasser-, Kanal-, und Müllabfuhrgebühr um 10% gesenkt werden. Dies entspricht etwa einem Volumen von 100 Millionen Euro und würde jedem Haushalt sofort um 100€ entlasten.

Dieses Entlastungspaket kann und sollte aber noch viel weiter gehen: Die Einführung eines Solidarbetrags von Seiten der Parteien über ihre Parteienförderung hätte große Wirkung. Wenn jede Partei auf 25% der Parteienförderung im heurigen Jahr verzichtet, wäre das alleine in Wien ein Millionenbetrag an Entlastung, die die Wienerinnen und Wiener verdient hätten, indem wir dadurch mehr Geld zur Verfügung haben, um in Kaufkraft zu investieren, damit wir auch alle gut wieder aus dieser Krise herauskommen.


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Data protection
, Owner: (Registered business address: Germany), would like to process personal data with external services. This is not necessary for using the website, but allows me to interact even more closely with them. If desired, please make a choice:
Data protection
, Owner: (Registered business address: Germany), would like to process personal data with external services. This is not necessary for using the website, but allows me to interact even more closely with them. If desired, please make a choice: