Kontrolle

Was hinter dem geheimen Milliardendeal der Wiener Stadtwerke steckt

5 Mar , 2020  

Die Wiener Stadtregierung hat heute einen sinnlosen Milliardendeal auf Kosten der Steuerzahler_innen abgeschlossen. Die Wiener Stadtwerke haben knapp 29% Anteile der EVN um unglaubliche 870 Millionen Euro gekauft.

Die 29% Anteile werden von der Energie Baden-Württemberg verkauft, die ihre Anteile schon länger veräußern wollten. Nach Insiderinformationen gab es bereits Verhandlungen mit einigen anderen Investoren – ein Abschluss mit der Beteiligungsgruppe EQT stand bereits kurz bevor. Der Knackpunkt, warum der Deal gescheitert ist war anscheinend, dass EQT auf größere Einschaurechte bestanden hat. Das wollte man jedoch politisch in letzter Minute verhindern, wodurch der Deal geplatzt ist. Offenbar hat man nun mit den Wiener Stadtwerken einen liebsamen Miteigentümer gefunden, der weniger an einer genauen Kontrolle interessiert ist.

Insgesamt sehen wir eine Freundschafts- und Vertuschungsachse Wien – Niederösterreich und einen ausgesprochen schlechten Deal für Wien. Die Wiener Stadtwerke übernehmen die 29% Anteile um 870 Millionen Euro – daher 17,30€ pro Aktie. Der heutige Aktienkurs, der durch die Übernahmegerüchte bereits gestiegen ist, liegt bei 15,80€. Das heißt: Wien überbezahlt um mindestens 75 Millionen Euro!

Dieser dubiose Geheimdeal wirft viele Fragen auf – ich möchte wissen:

  • Warum kauft Wien diese Anteile der EVN?
  • Wie rechtfertigt man die Überbezahlung von 75 Millionen Euro?
  • Welchen Mehrwert haben die Wienerinnen und Wiener davon?
  • Warum wird das Geld nicht stattdessen in den massiven Ausbau von Solarenergie oder in einen S-Bahn Ring investiert?
  • Welche Rolle spielt dabei die zuständige Stadträtin Ulli Sima und Bürgermeister Ludwig?
  • Was wussten die Grünen?


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