Bildung

Die Corona-Krise darf nicht zur Bildungskrise werden!

18 Mar , 2020  

Seit Montag haben alle Schulen geschlossen, was unzählige Eltern vor enorme Herausforderungen stellt. Eltern, die Homeoffice und Homeschooling vereinen, brauchen Nerven aus Stahl, um diesen Drahtseilakt zu meistern. Viele engagierte Mütter und Väter setzen sich täglich mit ihren Kindern zusammen, um die erteilten Arbeitsaufträge zu erledigen.

#Homeschooling Tag 2Ich kann im Bett liegen während ich die Ansage diktiere 😏. Meine Kinder werden mich bald hassen 😅

Gepostet von Bettina Emmerling am Dienstag, 17. März 2020

Leider haben nicht alle Schüler_innen das Glück, Eltern zu haben, die flexibel neben dem Home Office mit ihnen die Aufgaben abarbeiten können. Davon sind vor allem die Heldinnen und Helden des Alltags betroffen: Die Verkäufer_innen im Supermarkt, Reinigungskräfte, die Lehrer_innen und Kindergartenpädagog_innen, die Pflegekräfte, die Polizist_innen, die Mitarbeiter_innen der Post und den Banken, Bus- oder Taxifahrer_innen und noch viele andere mehr. Darüber hinaus gibt es viele Eltern, die beispielsweise aus sprachlichen Gründen ihre Kinder nicht zu Hause unterrichten können.

Schon jetzt ist die Chancengerechtigkeit an den Wiener Schulen ein enormes Problem. Schon jetzt kann anhand des Bildungshintergrunds der Eltern und des Wohnorts sehr genau vorhergesehen werden, wie weit es ein Schüler, eine Schülerin im Leben bringen wird. Umso wichtiger ist es, dass die Corona-Krise die Chancenungerechtigkeit im Bildungssystem nicht noch weiter verschärft.

Gerade in den Brennpunktschulen wäre es daher essentiell, weiterhin einen Unterricht via E-Learning zu gewährleisten. Leider hat die Wiener Stadtregierung das Thema digitale Schule seit Jahren sträflich vernachlässigt.

Dass es anders geht, zeigt etwa die Anton Bruckner International School in Linz, wo alle 26 Lehrer_innen via Ipad und Google Classroom täglichen Unterricht abhalten.

Da es noch ungewiss ist, wie lange die Corona-Krise noch andauern wird, liegt es nun in der Verantwortung der Bildungsdirektion in Zusammenarbeit mit den Direktor_innen und Lehrer_innen weiterhin einen Unterricht via Videotelefonie stattfinden zu lassen und nicht darauf zu hoffen, dass die Eltern während der Schulpause die Lehrfunktion übernehmen werden. Wo es notwendig ist, soll die Stadt auch unbürokratisch Tablets zur Verfügung stellen.


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