Verkehr

S-Bahn Ring. Was Berlin kann, muss auch Wien können!

2 Oct , 2019  

Auf Einladung von Vizebürgermeisterin Hebein findet morgen ein Mobilitätsgipfel zur Zukunft der Wiener Verkehrspolitik statt. Was wir brauchen ist ein Gesamtkonzept und nicht das Herumdoktern mit Einzelmaßnahmen wie in den letzten Jahren.


Der grüne Wunschtraum einer Citymaut wird das Verkehrsproblem jedenfalls alleine nicht lösen – wir müssen zuerst den öffentlichen Verkehr so ausbauen, dass die Menschen nicht mehr auf die Autos angewiesen sind! Der Mobilitätsgipfel ist ein erster positiver Schritt, dem dann auch schnell Taten folgen müssen.


Wir haben bereits in den vergangenen Monaten eine Reihe von Konzepten vorgelegt, die wir morgen Birgit Hebein vorlegen werden:


1. Öffentlichen Verkehr ausbauen


S-Bahn Ring

Mit einer vergleichsweise günstigen Investition könnten wir mit dem S-Bahn-Ring nach dem Vorbild Berlin eine deutlich bessere Anbindung auch für Pendlerinnen und Pendler an das U-Bahn- und Straßenbahnnetz schaffen, mit besseren Intervallen, schnelleren Verbindungen und einer deutlichen Zeitersparnis für die Öffi-Benützer.


Neues Öffi-Konzept für Floridsdorf und die Donaustadt

Floridsdorf und Donaustadt gehören zu den großen Wachstumsgebieten Wiens. Die beiden Bezirke haben zusammen bereits rund 330.000 Einwohner_innen, in 15 Jahren werden es knapp 400.000 sein. Schon jetzt mehren sich daher die Verkehrsprobleme – die Infrastruktur ist längst nicht mehr ausreichend.  Es braucht einen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs, um langfristig für Entlastung zu sorgen.


Neues Öffi-Konzept für den Westen Wiens

Rund 55.000 Personen pendeln täglich über die Westachse nach Wien, nur ein Viertel davon nutzt jedoch die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Westeinfahrt ist zu Stoßzeiten überlastet, die Park+Ride-Anlage in Hütteldorf stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Das neue Konzept hat zum Ziel, die Umsteigemöglichkeiten zu optimieren und attraktivere Taktungen der S-Bahn-Linien zu schaffen.


2. Parkraumbewirtschaftung


Statt des Fleckerlteppichs mit ständig steigenden Preisen muss es eine klar nachvollziehbare flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in Wien geben. Möglich wären zwei Zonen wie etwa in Graz: Eine blaue Zone (klassische Kurzparkzone mit maximaler Parkdauer von 2 Stunden) in Innenstadt-Bereichen, eine grüne Zone bis zum Stadtrand mit längerer Parkmöglichkeit. Statt der Bezirksparkpickerl soll es in Wien 60 bis 90 Grätzelparkzonen geben, wo die Anrainer gratis parken dürfen (Wegfall der Parkometerabgabe). Damit soll der Binnenverkehr innerhalb der Bezirke verringert werden.


3. Länderübergreifende Verkehrsplanung


Mobilität in Wien und Niederösterreich getrennt zu planen, ist nicht sinnvoll. Es braucht eine länderübergreifende Organisation zur gesamtheitlichen Planung von Verkehr, Raumordnung und Standortpolitik und soll mit Budgethoheit ausgestattet werden.


4. Gut dotiertes Radverkehrs-Budget


Der Fahrrad-Anteil am Verkehrsaufkommen muss in den nächsten Jahren stark angehoben werden. Für dringend notwendige Investitionen braucht es daher ein eigenes Fahrradbudget, um die Maßnahmen (Ausbau Radwege, Investitionen in die Sicherheit usw.) transparent auszuschildern und zu finanzieren.

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