Gesundheit

Die Mehrklassenmedizin ist im roten Wien bereits Realität!

4 Sep , 2019  

Viele fürchten sich vor der Mehrklassenmedizin – in Wahrheit ist sie aber doch schon längst Realität in Wien: Lange Wartezeiten auf Untersuchungstermine, Diagnostik, Therapien und Operationen entsprechen dem Alltag, sofern man nicht privat versichert ist.

 

Gestern machte SPÖ-Chefin Rendi-Wagner Vorschläge zur Verkürzung der Wartezeiten. Ihre Aussagen machen mich fassungslos: Seit Jahrzehnten wird unsere Stadt von der SPÖ regiert und die Situation verschlechtert sich mehr und mehr. Und auch Frau Rendi-Wagner selbst war als Sektionschefin im Gesundheitsministerium und später als Gesundheitsministerin (!!!) selbst in der Verantwortung, etwas gegen diese Missstände zu unternehmen!

 

Stattdessen klatscht Gesundheitsstadtrat Hacker den Vorschlägen seiner Parteichefin Beifall. Dabei sind die von Rendi-Wagner geforderten maximal 90 Tage Wartezeit im roten KAV reines Wunschdenken!

 

Wir NEOS haben mit unserer Plattform „SOS Spital“ die Wienerinnen und Wiener dazu aufgefordert, uns Missstände im Bereich des KAV zu melden und zahlreiche Berichte erhalten. Besonders herausgestochen hat dabei die Problematik der langen Wartezeiten auf Untersuchungen und Operationen: Es dauert oft monatelang, bis Wiens Patientinnen und Patienten die ihnen entsprechende Behandlung erhalten – bis dahin sind Schmerzen und die Unsicherheit über die Diagnose eine enorme Belastung für die betroffenen Personen. Dieses unerträgliche Warten hat gravierende Folgen: So hat sich eine ältere Dame an uns gewandt, die ein Jahr (!!!) auf ein neues Knie warten musste. Die Zeit bis zur OP war geprägt von Immobilität, die Dame war ein Pflegefall und konnte sich nicht selbstständig versorgen. Dieses Leid ist unnötig und kann und soll verhindert werden!

 

Wir haben uns die durchschnittlichen Wartezeiten näher angesehen und erschreckende Ergebnisse festgestellt: Wer sich in der Rudolfstiftung einer Bandscheiben-OP unterzieht, hat mit einer Wartezeit von 173 Tagen zu rechnen – das sind fast sechs Monate! Auf der Warteliste für eine Katarakt-Operation (bekannt als “Grauer Star”) im Krankenhaus Hietzing stehen über 1.200 Patientinnen und Patienten, die vier Monate darauf warten müssen.

 

Angesprochen auf diese Missstände mauern KAV und Stadtregierung und geben wenig Auskunft. Das erinnert an die Situation mit den Gangbetten, wo erst eine umfassende Rechnungshof-Prüfung jahrelange Versäumnisse aufgedeckt hat. Wir NEOS fordern auch jetzt volle Transparenz und stellen ein umfassendes Prüfersuchen an den Stadtrechnungshof: Eine umfassende, objektive Untersuchung über die Wartezeiten in den KAV-Häusern ist höchste Zeit! Wir möchten genau wissen, wie lange man im KAV in den Bereichen Diagnostik, Therapien und Operationen warten muss. Wir möchten wissen, ob es Unterschiede zwischen Privatversicherten und Allgemeinversicherten gibt. Und wir möchten auch, dass sich der Rechnungshof die Auslastung der Operationssäle genau anschaut!


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