Bildung

Starten wir eine Bildungsoffensive!

24 May , 2020  

Die meisten Wiener Schüler_innen sind seit einer Woche endlich wieder in der Schule – die Auswirkungen des wochenlangen Home Schoolings sind aber evident: Viele Kinder waren wochenlang nicht erreichbar und nun fehlt es an einer Perspektive, wie Versäumtes nachgeholt werden soll und wie wir die Schulen fit für digitales Lernen machen.

Laut aktueller IHS-Studie waren im Schnitt 12% der österreichischen Schulkinder während des Lockdowns nicht durch die Lehrer_innen erreichbar, bei Kindern mit Sprachhindernissen oder aus sozial gefährdeten Familien waren es sogar 36%. Diese Studienergebnisse sind katastrophal – noch dazu ist anzunehmen, dass das Bild in Wiener Pflichtschulen aufgrund der soziodemographischen Gegebenheiten sogar noch dramatischer ist. Wir erleben durch Corona also auch zahlreiche Bildungsopfer.

Durch die Krise treten die vielen Baustellen im Wiener Bildungssystem und die zahlreichen Versäumnisse der vergangenen Jahre zutage: Dass 4 von 10 Pflichtschulabsolvent_innen in Wien nicht ausreichend lesen oder rechnen können, ist ein Skandal. Ein Skandal, dem SPÖ und Grüne zehn Jahre lang tatenlos zugeschaut haben. Vielleicht erkennen sie jetzt endlich den Ernst der Lage!

Bisher haben die beiden Parteien die Augen ja davor verschlossen: Noch Mitte März hat die rot-grüne Koalition alle NEOS-Initiativen zu Bildungsfragen im Gemeinderat abgeschmettert. Wir NEOS geben aber nicht auf. „Kein Kind zurücklassen“ wird nicht – wie bei den anderen Parteien – lediglich plakatiert, sondern auch gelebt.

Daher stellen wir schon morgen, Dienstag, im Gemeinderat eine Reihe von Anträgen, die vier zentrale Forderungen enthalten:

  • Normalbetrieb an den Volksschulen im Juni: Basierend auf Erfahrungen z.B. in Dänemark und Norwegen wird ab Juni Unterricht in zusammengeführten Klassen möglich sein. Die Stadt Wien ist gefordert, mit den Schulen kreative Lösungen zu finden und beispielsweise zusätzliche Räumlichkeiten und Möglichkeiten im Freien für einen geregelten Unterricht zu schaffen.  
  • Lernoffensive im Sommer: Wir fordern eine Summer School für alle Schüler_innen für mindestens 2 Wochen – auch für Volksschüler_innen. Einerseits um versäumte Inhalte aufzuholen, andererseits zur Freizeitgestaltung mit Sport und kreativen Angeboten. Besonders für Kinder, die während der Corona-Maßnahmen schlecht erreichbar waren oder die das 1. Semester negativ abgeschlossen haben, soll die Summer School verpflichtend sein. Unterrichten sollten Lehrer_innen auf freiwilliger Basis bzw. Lehramtsstudierende höherer Semester.
  • Digital-Turbo für Wiens Schulen: Wien muss seinem Anspruch als Digitalisierungshauptstadt endlich gerecht werden. An den Wiener Pflichtschulen heißt das: rasche Vollversorgung aller Wiener Schulen mit glasfaserbasiertem WLAN; digitale Endgeräte für alle Schüler_innen und Lehrkräfte; Sommer-Offensive zur Fortbildung der Pädagog_innen im Bereich Digital Learning.   
  • Ein_e Sozialarbeiter_in für jede Wiener Schule: Gerade in der Krise muss es Unterstützungspersonal an Wiens Schulen geben, welches die Kinder betreut und Ansprechpartner für schwierige Situationen ist. Wien ist hier seit Jahren säumig. Ein_e Sozialarbeiter_in pro Schulstandort würde die Pädagog_innen entlasten, sodass letztere sich auf das Vermitteln des Lernstoffes konzentrieren können.

Es ist allerhöchste Zeit für eine Bildungsoffensive – starten wir sie jetzt!


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