Gesundheit

Impfen ist ein Kinderrecht!

30 Jan , 2019  

Die aktuellen Masern-Fälle in Graz und Tirol zeigen deutlich: Wir brauchen in Österreich, und speziell auch in Wien, geeignete Maßnahmen, um die Impfquote deutlich zu erhöhen. In Graz hat nur ein kranker Jugendlicher gereicht, um dutzende Kleinkinder anzustecken. Die Bundesregierung sowie die Wiener Stadtregierung sind beim Thema Impfen weiterhin säumig und gefährden dadurch die Gesundheit der Menschen mit schweren Folgeschäden, die bis zum Tod führen können. Es ist mir ein persönliches Anliegen, hier etwas zu ändern.

 

Es ist ein Wahnsinn, dass in Europa immer noch Kinder an Masern sterben müssen, obwohl diese Krankheit bereits so gut wie ausgerottet war. Wir sprechen im Fall von Masern von knapp 13.000 Erkrankungen in Europa und 35 Todesopfern. Impfgegner schaden damit nicht nur sich, sondern der Allgemeinheit. Vor allem vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, immunschwache Personen und Kleinkinder sind auf den Herdenschutz und damit auf eine entsprechend hohe Durchimpfungsrate angewiesen.

 

Besonders beim Thema Masernerkrankungen hat Österreich ein großes Problem. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 77 Masern-Fallmeldungen registriert, 45 davon in Wien. Österreich liegt damit weit über dem WHO-Eliminationsziel von <1 pro 1 Million Einwohnerinnen und Einwohnern. Größtes Problem sind die zum Teil sehr niedrigen Durchimpfungsraten. Während bei den 10- bis 14 -Jährigen die erforderliche Durchimpfungsrate von 95% erreicht werden kann, liegt laut einer Analyse aus dem Jahr 2017 die Rate bei den 15- bis 30-Jährigen bei knapp 70%.

 

Wir müssen alles daran setzten, um Krankheiten wie Keuchhusten und Masern endlich auszurotten, wie es das Ziel der WHO ist und in Nordamerika und Skandinavien bereits erreicht wurde. Ich bin überzeugt, dass wir mit Plakataktionen und Appellen nicht weiterkommen. Impfen ist ein Kinderrecht – wenn Eltern ihren Kindern dieses Recht verweigern, braucht es auch Konsequenzen. Ein guter Anreiz, um Eltern in die Pflicht zu nehmen, ist der Bezug der Familienbeihilfe.

 

Ich fordere zudem für Wien:

 

  • Impfstatuserhebung bei Schuleintritt – wer an einer öffentlichen Schule eingeschrieben werden will, muss einen vollständigen Impfstatus vorweisen können
  • Transparenz bei Impfdaten durch eine jährlich zu veröffentlichende Kinderimpfstatistik für Wien
  • Finanzierung von jährlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kindergartenkinder durch Kinderärzt_innen

 

Ich kann nicht länger zuschauen, wie Kinder mutwillig in Gefahr gebracht werden. Für Eltern, die ihren Kindern das Recht auf Impfen aus fadenscheinigen Gründen verwehren, muss es drastische Maßnahmen geben! Mit der „Aktion Kinderleben“ wollen wir in den nächsten Wochen massiv auf dieses Thema aufmerksam machen, um die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik endlich zum Handeln zu bewegen. Unter www.aktion-kinderleben.at können Interessierte die wichtigsten Fakten zu diesem Thema nachlesen und auch unsere Forderungen unterstützen. Es geht hier um eine tödliche Gefahr, die aber bekämpft und besiegt werden kann, wenn man nur will!


7 Responses

  1. Norbert says:

    Impfzwang ist konterproduktiv. Das ganze ist wieder eine Masernhysterie. Noch darf ich, und nur ich über meinen Körber bestimmen und nicht ein NEO-Politiker, der sich nur profilieren will. Weiter gedacht, in der Privatschule dürfen’ s an Masern sterben?

    • admin says:

      Der Mutter-Kind-Pass koppelt bereits wichtige Untersuchungen für das Kind an das Kinderbetreuungsgeld. Es hat sich erwiesen, dass dieses Instrument einen effektiven Anreiz bietet, um sicherzustellen, dass Eltern ihrer Verantwortung nachkommen. Das Ziel muss sein, einen Gemeinschutz (eine Durchimpfungsrate von zumindest 95%) zu erreichen, da Kleinkinder und immunschwache Personen selber nicht geimpft werden können.

  2. Christine Delnicki says:

    Volle Unterstützung. Aber warum Vorsorgeuntersuchungen? Gibt es keine Mutter- Kind Passuntersuchungen mehr? Gegen eine Kürzung der Kinderbeihilfe spricht das Argument, dass die Kinder selbst die Leidtragenden wären. Vielmehr unterstütze ich ein Verbot des Schulbesuchs. Das würde die Freiheit gewähren, die beansprucht ist, und gleichzeitig eine Gemeingefährdung hintanhalten. Es sei denn, man plädiert Vernachlässigung/ Misshandlung. Dann würde den alten Konflikt ansprechen, ob die religiös motivierte Zirkumzision verboten sein soll, bzw. von der Krankenkasse bezahlt werden soll.

  3. Sandra V. says:

    Das kann doch nicht Ihr Ernst sein? Impfen ist ein Kinderrecht, genau , es hat das Recht auch NICHT geimpft zu werden. Wann wurden Sie denn das letzte Mal geimpft, und gegen was genau? Auch alle Auffrischungen schön zeitgerecht bekommen?
    Woher nehmen sie die Zahlen genau? Genau Quellenangaben wäre von Vorteil. Und Lächerlich, dass sie Geld (Familienbeihilfe) als Anreiz sehen, seine Kinder zu impfen. Daran sieht man doch genau, dass es doch wieder nur um €€€ geht.

  4. Andreas Lang says:

    Liberal sein und für Zwänge eintreten? – Das passt doch nicht zusammen … Traut ihr dem einzelnen nicht zu, Entscheidungen verantwortungsvoll zu treffen? Ziel muss doch sein, alle Pros und Contras offen darzulegen, dass gute Entscheidungen möglich sind. Also ehrliche Infos statt Zwang.

    • admin says:

      Eine liberale Gesellschaft baut nicht nur auf Freiheit, sondern auf Freiheit und Verantwortung auf. Diese zwei Konzepte lassen sich nicht trennen. Dort, wo Menschen nicht bereit sind, diese Verantwortung wahrzunehmen, verlieren auch in einer liberalen Gesellschaft diese Menschen gewisse Freiheiten. Man hat die Verantwortung denjenigen gegenüber, die sich nicht impfen lassen können, sie durch Herdenimmunität zu schützen.

      Diese Verantwortung haben wir im Besonderen gegenüber unseren Kindern und der Staat sorgt dafür, dass diese Verantwortung wahrgenommen wird. Genauso wie wir Konsequenzen für Eltern ziehen, die nicht für die Bildung ihrer Kinder sorgen, muss es auch Konsequenzen für die Eltern geben, die nicht für die Gesundheit ihrer Kinder sorgen.

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